Neugründung 1946 bis 2008

Einige Jahre, nämlich genau 60 Jahre, musste das Dorf ohne Musikverein feiern. Aber gegen Mitte des 20. Jahrhunderts erwachte bei manchem Brislacher wieder das Interesse für die Blasmusik. Zum Beispiel beim damals erst 15-jährigen Alfons Fumagalli. Bei der Arbeit in der Isola in Breitenbach lernte er Paul Brunner kennen, welcher Mitglied im Musikverein Breitenbach war. Durch seinen Arbeitskollegen begann Alfons sich für die Musik zu interessieren und entschied sich, das spielen eines Blasinstrumentes zu erlernen. Nach seinem ersten Auftritt mit dem Musikverein Breitenbach am Weissen Sonntag 1945, kehrte er voller Stolz in seiner Uniform im Rest. Kreuz in Brislach ein. Dort traf er auf zwei weitere Brislacher, die sich schon längere Zeit mit dem Gedanken befassten, in Brislach einen Musikverein zu gründen. Es war dies Julius Cueni, der in Blauen aufwuchs und dort im 1914 gegründeten Musikverein mitspielte und Werner Bieli, der „Handörgäli“ spielte. Als die drei Männer das Lokal verliessen, waren sie fest entschlossen, einen Musikverein zu gründen.

Dieses Vorhaben war jedoch nicht so einfach, wie es nach ein paar Gläser Bier ausgesehen hatte. Es musste Geld, Instrumente & vor allem auch Bläser organisiert werden. Julius und Werner machten sich auf die Suche nach weiteren Musikbegeisterten, die bereit waren, mit viel Freude ein Blasinstrument zu erlernen. Ebenso waren sie besorgt, kostengünstige Instrumente erwerben zu können. Auch Alfons half ihnen dabei und konnte sogar einen Dirigenten finden. Die Beschaffung der Instrumente war harte Arbeit. Sie kauften diese von Guggenmusiken und anderen Musikvereinen. Oft waren die Instrumente stark verbeult oder gar defekt und mussten somit erst repariert werden. Die Instrumente wurden von den Musikanten mit dem Velo in Basel abgeholt.

Nach einem Jahr waren die Vorbereitungen so weit vorangeschritten, dass eine erste Versammlung einberufen werden konnte. Somit fand am ersten Mai-Sonntag 1946 um 11.00 Uhr die Gründungsversammlung im Schulhaus Brislach statt, an der über 20 begeisterte Männer teilnahmen.

Wer dem Verein angehören wollte, musste eigenhändig unterzeichnen. An dieser Versammlung wurde ebenfalls der Vorstand gewählt:

            Julius Cueni, Hauptinitiant     Präsident

            Werner Bieli                           Kassier

            Erwin Hügli                             Sekretär

            Moritz Studer                          Materialverwalter

            Josef Bannwart                      Beisitzer

            Othmar Ritter                         Beisitzer

Als Dirigent stellte sich Paul Brunner, der Arbeitskollege von Alfons Fumagalli, zur Verfügung. Alfons wurde zu Vize-Dirigent ernannt, das amt führte er jahrelang aus. Es wurde ein Eintrittsbetrag von Fr. 5.– festgesetzt und damit auch in Zukunft Geld in die Kasse kam, wurde ein Monatsbeitrag von Fr. 2.– erhoben.

Als Dirigent stellte sich Paul Brunner, der Arbeitskollege von Alfons Fumagalli, zur Verfügung. Da sich so viele Jungmänner & Männer für die Blasmusik interessierten, mussten weitere Instrumente angeschafft werden. Die 2. Versammlung wurde bereits am 9 Mai 1946 abgehalten, an welcher die Statuten genehmigt und der Probetag auf den Mittwoch festgelegt wurde. Ebenfalls wurde abgemacht, dass die Instrumente in Basel durch 9 Mitglieder mit dem ersten Zug (morgens) abzuholen.

Die erste Generalversammlung fand am 1. Januar 1947 im Rest. Kreuz in Brislach statt. An die Versammlung wurden ebenfalls Gönnerinnen und Gönner eingeladen, welche durch die Musikanten durch den ersten und einzigen Marsch „zum Defilé“ begrüsst wurden. Dies war die Ernte von 38 Proben. Es ist jedoch zu bedenken, das zu jener Zeit, nur 2 Mitglieder des Musikvereins das Spielen eines Blasinstrumentes beherrschten. Zum Glück war ihr Dirigent, Paul Brunner, ein Idealist, der es verstand die Musikanten für das Musizieren zu begeistern.

Das erste Musikfest besuchte der Verein 1947 in Zullwil wo man den Marsch „zum Defilè“ und das „alte Hüttlein“ zum besten gab. Schon im Januar 1948 führte der Musikverein das erste Konzert im Rest. Kreuz auf und führte lustige Theaterstücke unter der Regie von Fridolin Hügli sel. auf. Die Dorfbevölkerung war begeistert und unterstützte den Musikverein sehr.

Im Jahr 1947 trat der Verein dem Laufentaler Musikverband bei.

Da man oft an Anlässen teilnahm, entschloss sich der Verein, eine Fahne anzuschaffen. 1949 wurde die neue Fahne eingeweiht. Als Fahnenpaten durfte der Verein Fräulein Elsa Hügli und Albert Hügli-Studer begrüssen. Als Patensektion amtierte der Musikverein Blauen.

Den ersten Laufentaler Musiktag durfte der Musikverein 1954 durchführen, welcher ein sehr grosser Erfolg war. Daher organisierte der Musikverein Brislach 1958 ein Musiktreffen, das wiederum viele Besucher zu Fuss oder mit dem Velo anlockte.

Die erste Uniform wurde am 31.7 / 1.8 1960 ein.

Im Oktober 1962 legte der langjährige Dirigent Paul Brunner den Taktstock nieder. Für seine grossen Verdienste wurde er zum Ehrendirigent des Musikvereins Brislach ernannt.

An das erste kantonale Musikfest wagte sich der Musikverein im Jahre 1963. Mit dem neuen Dirigenten Albert Brunner aus Mumpf, ging es nach St. Imier. Ganze Sonntagnachmittage wurden zum üben geopfert, doch die grossen Anstrengungen wurden durch den ersten Rang in der 4. Stärkeklasse und einem „vorzüglich“ in der Marschmusik belohnt.

Vom Dirigent Albert Brunner  trennte sich der Verein nach kaum 2 Jahren, da er zur selben Zeit 2 weitere Vereine Dirigierte und nicht genügend Zeit für 3 Vereine hatte. An seiner Stelle konnte der Laufner Sekundarlehrer Eduart Lombriser als Dirigent verpflichtet werden. Er schwang seinen Taktstock fast 7 Jahre für den Musikverein Brislach.

1964 wurde der Laufentaler Musiktag zum 2. Mal in Brislach durchgeführt. Es war wieder ein grosser Erfolg. Dank der grosszügigen Unterstützung konnte sich der Musikverein 1968 eine komplette Neuinstrumentierung leisten.

Danach spielte der Verein 2 Jahre unter der Leitung des ungarischen Dirigenten Akos Holèczy. Zu dieser Zeit fanden auch die Feierlichkeiten zum 25. Jubiläum des Musikvereins statt. Am 27.-29. August 1971.

Es folgten 2 weitere Musikalische Jahre unter der Leitung von Heinz Zeugin.

Der 3. Laufentaler Musiktag der 1974 in Brislach statt fand  war ebenfalls ein voller Erfolg.

Ende 1974 war das Glück auf der Seite des Musikvereins. Denn dem Verein gelang es Anton Holenstein aus Keiseraugst als Dirigent zu verpflichten. Die 6 Jahre in denen er den Musikverein leitete, waren musikalisch und kameradschaftlich ein Erfolg.

Der Musikverein hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. Viele Aktivmitglieder sind ausgetreten und viele neue beigetreten. Der Verein hat sich auch stark bemüht Jungmusikanten auszubilden und zu fördern. Im Laufe der Zeit, war es auch keine Seltenheit mehr, Frauen und Mädchen im Verein aufzunehmen. So kam es auch, dass nicht mehr für alle Mitglieder eine passende Uniform gefunden werden konnte. Im Jahre 1977 wurde der Entschluss gefasst, eine neue Uniform anzuschaffen. Der Musikverein, besass nun schon 17 Jahre die grüne Uniform mit dem „De-Gaulle Hut“. Nach harter Diskussion fiel die Wahl auf eine blaue Uniform. (Der Hut war ein wenig speziell, wie es manche sicherlich noch wissen) Wiedereinmal unterstützte die Dorfbevölkerung den Verein, so dass vom 1.-3. Juli 1977 die Uniformenweihe durchgeführt werden konnte.

1981 schenkte das Ehrenmitglied Hugo Fritschi, anlässlich seines 60. Geburtstages, dem Musikverein den Marsch „Brislach“.

Im Jahre 1984 fand der 4. Laufentaler Musiktag in Brislach statt und war wie die Jahre zuvor ein Erfolg.

1985 durfte der Musikverein, das Laufental an der BEA in Bern vertreten, was allen Beteiligten in guter Erinnerung bleiben wird.

Da der Musikverein ein sehr aktiver Verein ist und die Vereinsfahne nie fehlen darf, kam es, dass diese 1986 ersetzt werden musste. Am 27. April 1986 wurde die neue Fahne durch Ehrenmitglied Pfarrer Dr. Willhelm Brotschi in der Kirche eingeweiht.

1989 beschloss der Musikverein, wieder an einem Kantonalen Musiktag mitzumachen. Lukas Henz, der den Verein nun schon 8 Jahre Dirigierte, bereitete die Musikanten sehr gut auf ihren wichtigen Auftritt vor. Am Samstag, 27. Mai 1989 spielte der Musikverein Brislach in Langenthal mit 40 Mitgliedern (ohne Aushilfen!) in der 3. Stärkeklasse. Voller Stolz wurde der Musikverein gegen 20 Uhr, bei seiner Rückkehr, von der Dorfbevölkerung empfangen werden.

Nach 12 Jahren Zusammenarbeit, teilte der Dirigent Lukas Henz dem Verein mit, dass er diesen verlassen möchte. Am 3. Januar 1993 fand das Abschiedkonzert für ihn statt. Aus Dank für seinen unermüdlichen Einsatz und seine Hingabe zum Musikverein, wurde er zum Ehrendirigenten ernannt.

Das Glück war einmal mehr auf der Seite des Musikvereins, denn der junge Dirigent Thomas Scherrer konnte als Nachfolger von Lukas Henz verpflichtet werden. Die Vorbereitungen zum Kantonalen Musikfest in Mümliswil verliefen unter der Leitung des neuen Dirigenten sehr gut.

Mit gemischten Gefühlen, ging es nach Mümliswil, denn man wusste nicht wie gut man Musikalisch war, nach dem Dirigentenwechsel. Doch die Überraschung und die Freude war gross, als man vernahm, dass man den 1. Rang in der 3. Stärkeklasse belegt hat.

Als der Musikverein nach Brislach zurückkehrte, wurde er von der Dorfbevölkerung herzlich empfangen.

Anlässlich des 50. Jubiläums von 1996, wurde entschieden eine neue Uniform Anzuschaffen, nämlich diejenige, welche der Musikverein Brislach heute noch trägt.

Nachdem 1996 Thomas Scherrer beim MV Brislach den Taktstock niederlegte, stellte sich Reto Jeger zur Verfügung, den Verein bis zum Laufentaler Musiktag 1997 zu dirigieren. 1997 konntet als Dirigent verpflichtet werden. Als Clemens Schmid 1998 bereits wieder als Dirigent demissionierte, konnte Konrad Gisin als Dirigent angestellt werden. Nach kurzer Zeit trennten wir uns von Konrad Gisin. Interimistisch übernahm Daniel Meyer den Dirigentenstock im MV Brislach. Am 09.09.1999 probten wir zum ersten mal mit unserer neuen Dirigentin Jeannine Stampfli. Durch diese zahlreichen leichten Umstrukturierungen kam es leider zusätzlich zu einigen Abgängen.

Die vergangenen Wechsel und Austritte wirkten sich nicht gut auf die musikalischen Leistungen aus, und so kam es, dass man am Kantonalen Musiktag 2000, nicht wie in der Vergangenheit, nur einen sehr schlechte Platzierung erreichte.

Aber Tiefpunkte gibt es immer, ab 2000 war der Musikverein unter der Leitung von Jeannine Stampfli und hatte sich dank treuer Mitglieder wieder erholt.

Das Jahreskonzert 2001 fand bei der Dorfbevölkerung anklang und war, sowie  für die Musikanten, als auch für die Besucher ein schönes Erlebnis.

Im Juni 2001 besuchte man den Laufentaler Musiktag in Duggingen. Das Wettstück „Pop Tune Variations“ gefiel dem Experten jedoch nicht sonderlich, obwohl man anmerken muss, dass die Präsentation gut war.

Am 27. Januar 2002 fand das erste von zwei Jahreskonzerten in Brislach statt. Obwohl viele dachten, man sei noch nicht gut genug darauf vorbereitet, wurde das Konzert ein grosser Erfolg. Das Publikum begrüsste es, das der Musikverein viele Stücke präsentierten, die bei den Konzertbesuchern bestens bekannt waren. Und so war es auch nicht weiter verwunderlich, dass bei so manch einem Stück mitgesungen und mitgeklatscht wurde. Ausserdem hat auch Felix Meier, der Ansager, einen grossen Teil dazu beigetragen, den Leuten einen Unterhaltsamen Abend zu bescheren.

Nach der Demission von Janine Stampfli konnte der MV im Herbst 2004 den erfolgreichen und erfahrenen Jean-Pierre Fleury von Corban als Dirigenten engagieren. Bereits im Jahre 2005 beteiligte sich der Musikverein Brislach zusammen mit dem neuen Dirigenten Jean-Pierre Fleury am Kantonalen Musikfest in Liestal in der 3. Stärkeklasse.

Am 26. Juni 2005 war der grosse Tag. Nach einer langen Vorbereitungszeit spielten wir unsere Wettvorträge der Jury am Kantonalen Musikfest in Liestal vor. Wir spielten in der 3. Stärkeklasse und belegten den letzten Platz. Umso mehr freuten wir uns über den guten 15. Platz in der Marschmusikdisziplin. Als wir nach Brislach heimkehrten, gaben wir unsere Rückkehr mit einer Marschmusikparade von der Post bis zum Kreuz bekannt.

Im Jahr 2005 führten wir unser erstes Lüsselfest durch. Obwohl uns Petrus nicht gut gesinnt war, fanden viele Freunde des Musikvereins den Weg zum Lüsselfest. Mit Marschmusik durchs Städtli Laufen feierten die Laufentaler Musikvereine den kantonalen Jubiläumsmusiktag „Musik für Alle“ am 17. September. Leider war es ein kühler Tag und nur wenige Zuhörer verharrten noch eine Zeitlang bei der Abendunterhaltung auf dem Rathausplatz. Am 21. Oktober fand die Delegiertenversammlung des Laufentaler Musikverbandes in Brislach statt. Wir spielten den anwesenden Delegationen den Marsch „Brislach 2006“ und „Mon Village“, beide Märsche wurden von unserem Dirigenten Jean-Pierre Fleury komponiert. „Mon Village“ wurde zum Gesamtchormarsch unserer Musiktage 2006 gewählt.

Vom 26. – 28. Mai 2006 fanden die Laufentaler und Kantonalen Musiktage in Brislach statt. Sie waren hervorragend organisiert, was bedeutete, dass wir einen reibungslosen Ablauf hatten. Am Freitag feierten wir unser 60jähriges Bestehen. Am Samstag war eine Superstimmung im übervollen Festzelt mit der Kult-Band „Blaumeisen“. Der Sonntag gehörte den Musikvereinen, morgens spielten sie ihre Wettstücke vor der Jury und am Nachmittag, leider zum Teil unter Regen, hielten wir die Marschmusik ab.  Ein grosses Dankeschön allts Mitgliedern für den tollen Einsatz. Ein besonderer Dank unserem OK-Präsident Peter Hügli-Häner und dem OK-Team für die grossartige Organisation. Die zweitätigige Musikreise vom 17./18. Juni 2006 führte uns ans Eidg. Musikfest in Luzern, wo wir die schöne Stimmung genossen.

Unser traditionelles Jahreskonzert führten wir dieses Jahr wiederum an zwei Samstagen am 20. und 27. Januar 2007 durch.

Am 10. Juni 2007 nahmen wir an den Kantonalen & Laufentaler Musiktagen in Wahlen teil.

Die Marschmusik vom 8. September fiel wegen den grossen Ueberschwemmungen ins Wasser. Am 9. Septemer 2007 ersuchten wir unser Glück nochmals an den kantonalen Musiktagen in Diegten.

Am Adventsgottesdienst umrahmten wir zum letzten mal unter der Leitung von Jean-Pierre Fleury die Zeremonie. Dieser hatte uns für über 3 Jahre dirigiert.

Nach der Trennung von unserem Dirigenten Jean-Pierre Fleury per Ende Dezember 2007 dirigierte uns Christian Jeger-Schüpbach bis am 13.03.2008 Bohdan Shved unseren Verein übernahm.

 Am 18. Mai 2008 nahmen wir am Kantonal und Laufentaler Musiktage in Laufen teil. Darauf folgte am 23. August 2008 eine Marschmusikdemonstration in Laufen. Ende Jahr  gaben wir ein Kirchenkonzert in Brislach am 11. Oktober 2008.